Gemeinsam musikalische Wege gehen

- 11.05.2026 - 

Gemeinschaftskonzert aller Chöre und Ensembles der evangelischen Kirchen-gemeinde HoRAN

„Tutti“ – zusammen einen neuen, gemeinsamen Weg gehen. Unter diesem Titel hatte die neu gegründete entstandene Kirchengemeinde HoRAN am letzten Freitag zum zweiten großen Gemeinschaftskonzert eingeladen. Dabei beeindruckte nicht nur die musikalische Vielfalt. Die Chöre und Ensembles tragen ihren Glauben hörbar nach außen und stellen damit ein verbindendes Element der Kirchengemeinden Hockenheim, Reilingen, Altlußheim und Neulußheim dar.

Bild zur Veranstaltung
Das Foto zeigt die über die ganze Kirche verteilten Musizierenden, wie sie beim Schluss-Tutti für berührende Gänsehautmomente sorgten.
Bereits im Dezember 2024 wurde diese musikalische Kraft erstmals sichtbar: Das große Auftaktkonzert in der evangelischen Stadtkirche Hockenheim vereinte vor 1,5 Jahren erstmals alle Gruppen zu einem großen Ganzen. Die Begeisterung war groß – und der Wunsch nach einer Fortsetzung ebenso.
Unter Organisation des Kantors Samuel Cho hatten nun der Posaunenchor, der Gospelchor und der CVJM-Flötenkreis aus Reilingen, der Kirchenchor „Soli Deo Gloria“ und der Pop- und Gospelchor „Kreuz & Quer“ aus Hockenheim sowie der Neulußheimer Kirchenchor eingeladen und ein gemeinsames Fest der Klänge veranstaltet. Seinen krönenden Abschluss fand es in John Rutters tief berührendem Choral „The Lord bless you and keep you“, der von allen Mitwirkenden zusammen musiziert wurde. Dabei waren die Musizierenden über die gesamte Kirche verteilt und sorgten für berührende Gänsehautmomente. Das Publikum erfreute sich an der eingängigen Melodie und den satten Harmonien. Die Musikerinnen und Musiker zeigten, dass sie bereits zu einer lebendigen „HoRAN“-Einheit zusammengewachsen sind. 
Eröffnet hatte die Abendmusik der Reilinger Posaunenchor unter Leitung von Wolfgang Müller. Die Besucherinnen und Besucher konnten zu den bekannten Chorälen „Auf, auf, mein Herz mit Freuden“ und „Auf, Seele, Gott zu loben“ mitsingen. Dabei gelang es den Bläserinnen und Bläsern, bei den zeitgenössischen Kompositionen von Gustav Gunsenheimer und Traugott Fünfgeld wirkungsvoll die Melodiebögen zu spannen.
Unter der Leitung von Kantor Samuel Cho interpretierte der Hockenheimer Kirchenchor Soli Deo Gloria mit Mozarts „Herr Gott, dich loben wir“ und „Dein o Herr ist die Kraft“ von Max Reger klassische Choräle. Hans-Stephan Simon, Kreiskirchenmusikwart des Kirchenkreises Dessau, hat bekannte Texte von Kirchenliedern neu vertont. Mit „Besuche das Glück“ stellte der Kirchenchor einen modernen Choral mit einer ruhigen, eindringlichen Stimmung vor. 
Mit dem Pop- und Gospelchor Kreuz & Quer swingten die Besucherinnen und Besucher erstmals. Mit „Herz und Mund“ von Timo Böcking und „Jesus is the solid Rock I stand“ von Manuel Schienke hatte Samuel Cho energiegeladene Gospel-Pop-Stücke herausgesucht. Sie verbinden eingängige Pop-Elemente mit der Struktur eines Gemeindeliedes – tröstend und vertrauengebend. 
„El Amor de Cristo mueve al mundo“ des Argentiniers Gerardo Oberman in der Fassung von Christoph Georgi zeigte der Chor in bewegten Klängen, dass „die Liebe Christi die Welt bewegt“. Auch die Zuhörerinnen und Zuhörer bewegten sich, sangen und klatschen zu den südamerikanischen Klängen mit. 
Mit „Morning has broken“ interpretierte der Flötenkreis des CVJM Reilingen unter Leitung von Anke Palmer das altbekannte gälische Volkslied mit seiner meditativen Atmosphäre. 
Mit „Sommerbrise“ widmete der Komponist Raphael Benjamin Meyer ein Lied den sonnigen Stunden des Tages. Der Flötenkreis fing Sonnenstrahlen, Blumenwiesen, Schmetterlinge und andere lichtdurchflutete Szenen musikalisch ein und ließ sie bildlich in der Phantasie der Zuhörerinnen und Zuhörer wieder entstehen. Mit Stefan Nilsson „Gabriellas Song“ musizierte der Flötenkreis eine bewegende Ballade. 
Kantor Samuel Cho brillierte beim beschwingten Vorspiel zu „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ an der Reilinger Mann-Orgel und die Gemeinde nutzte dann die Möglichkeit, aus vollem Herzen mitzusingen. Zuvor hatte Ortrun Blattner in humoristischer Weis über die „10 Gebote eines Chorsängers“ berichtet. 
In der Motette „Pleni sunt coeli“ von Francesco Durante arbeitete der Neulußheimer Kirchenchor die reizvolle barocke Struktur mit attraktiven und strahlenden Klangfarben heraus. Moses Hogans „Hear My Prayer“ zeigte sich als ein  stimmgewaltig und gleichzeitig andächtiges Spiritual, das eine tiefgründige Bitte um göttlichen Schutz sowie Hoffnung bot. Mit „Dodi li“ hatte Kirchenchorleiterin Valerie Schnitzer ein israelisches Volkslied herausgesucht. Das schwungvolle Liebeslied wird oft bei jüdischen Hochzeiten oder in Tanzgruppen (Hora) gesungen und zeigt die volle Lebensfreude.
Als letzte Gruppe rockte der Gospelchor Reilingen unter seinem Dirigenten Sebastian Schlöffel in der Reilinger Weinbrennerkirche. Bei „Man in the Mirror“ von Michael Jackson konnten zahlreiche Besucherinnen und Besucher mitsummen. „Jesus loves me“ im Arrangement von Jeff Guillen war ein grooviger Gospel. „He Is Always Close To You“ von Martin Carbow verband eindringlich Gospel-Elemente mit Pop- und Jazz-Harmonien. 
Dekanin Katharina Treptow-Garben betonte in ihren Dankesworten, dass Musik eine Gabe und Geschenk Gottes sei. Sie mach fröhlich und sei ein essentieller Bestandteil des Glaubens. In Vertretung der auf der Konfirmandenfreizeit weilenden HoRAN-Pfarrerinnen und Pfarrer, betonte sie, dass die Musik als Begegnungsfest wichtig für die neue Kirchengemeinde HoRAN ist. 
Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem, herzlichem Applaus für das abwechslungsreiche Programm. Die neue evangelische Kirchengemeinde HoRAN zeigte eindrucksvoll ihre musikalische Vielfalt und hat bewiesen, dass die Kirchenmusik Menschen verbindet und die Gemeinschaft stärkt. Mitwirkende wie auch Besucher freuen sich bereits auf eine Neuauflage in zwei Jahren. 
Text: Wolfgang Müller